Simone Abrantes  
Flamenco
Simone Abrantes arbeitet seit 30 Jahren hauptberuflich als Tänzerin, Choreografin und Lehrerin für Flamenco, erstmal in ihrem Heimatland Brasilien und seit 2005 in Deutschland.  Sie bildete zwei Generationen von Tänzern und Lehrern aus und spielte eine Vorreiterrolle bei der Etablierung des Flamenco in der Künstler- und Musikerszene Rio de Janeiros. Simone Abrantes tanzte in den größten und wichtigsten Theatern ihres Landes - sowohl auf ihren eigenen Vorstellungen als auch auf denen anderer Künstler, immer an der Seite der besten brasilianischen Flamencomusiker. Sie ging bei einigen der großen spanischen Meister – wie unter anderem Manolete, Joaquin Ruiz, Ciro, Maria Magdalena, Rafaela Canasco, Domingo Ortega und Torombo - in die Lehre, bei Kursen in Spanien, Brasilien und Deutschland. Als Choreografin wurden ihre Arbeiten vielfach prämiert auf brasilianischen Tanzfestivals. Viele ihrer ehemaligen Schülerinnen arbeiten heute als Tanzlehrerinnen in Rio de Janeiro. Ebenso organisierte Abrantes Auftritte mit Musikern und Choreografen anderer Stilrichtungen, in einem Sinne des Durchmischens und Experimentierens - dem Geist, der den Flamenco zu einer so reichen und immer in Erneuerung begriffenen Kunst gemacht hat.
Der vielleicht markanteste Stempel ihrer Arbeit ist der Raum, den Simone Abrantes der Musik öffnet. Der Flamencotanz ist für sie die visuelle Form der Musik – durch den Körper ausgedrückte Musik, und Körper als Instrument gedacht, das nicht nur klingt sondern auch sichtbar ist. Der Flamencotänzer als ¨Körperschlagzeuger¨ soll sich als Musiker betrachten, der durch seine Bewegungen mit den anderen Instrumenten in Dialog kommt. Ein guter Tänzer lässt den Rhythmus in seinem Körper sichtbar werden. Abrantes hat stets großen Wert auf Teamgeist gelegt. Zusammen mit den besten Flamencomusikern Rio de Janeiros dachte und inszenierte sie Tanz und Musik immer als Einheit. Diese Musiker brachten wichtige persönliche Noten mit in den Flamenco ein, die aus der populären brasilianischen Musik, dem Choro und dem Sambajazz stammen. Verbindungen zwischen Flamenco und der brasilianischen Seele und Kultur zu suchen und herzustellen war stets eins der Ziele aller am Auftritt beteiligten. Diese Fusion führte auch zu Montagen, bei denen klassische brasilianische Musiken als Flamenco arrangiert wurden, wobei immer wieder auch weniger traditionelle Flamencoinstrumente zum Einsatz kamen - wie Violoncello, Klarinette, E-Gitarre, Querflöte, Kontrabass und E-Bass.  Stets flexibel arbeitend, tanzte Simone Abrantes in einer ganzen Bandbreite von verschiedenen Besetzungsvarianten - von Duos (mit Gitarre, Kontrabass oder Schlagzeug) bis hin zu Soli mit neun Musikern (vier Gitarren, zwei Sänger, Schlagzeug, Querflöte/Klarinette, Kontrabass/Cello).